Bahnhof im Herbst
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Wir schreiben den 1. August 2009, 6.28 Uhr.

Dank dem Einfall "Lasst doch mal wieder alle treffen und zu Deichkind gehn!" befand ich mich nun mit einer Freundin in dem ICE Richtung Köln, wo wir die eine Freundin rauschmissen und zwe weitere einstiegen.

Nach insgesamt 7 Stunden Fahrt und einem kurzen Zwischenstop eben in Köln, wo ich meine Sachen ablud und festivaltaugliche Kleidung anzog, waren wir zu dritt am Ziel angekommen.

Die Schlange vor dem Einlass war lang... seeeeehr lang. Wir ahnten schon Schlimmes - wenn der Einlass schon so katastrophal ablief, wie sollte es dann erst mit dieser mehr oder weniger fähigen Security bei den Konzerten, speziell bei Deichkind laufen?! Aber diese Sorgen wurden vorerst auf Eis gelegt und wir genossen das Festival Feeling.

Nach der ersten Bratwurst im Brötchen und Crepes liefen wir das Gelände ab und sahen uns die verschiedenen Bühnen an. Es gab Musik von Techno bis hin zu Reggea. Egal wohin man kam, man hörte Musik aus verschiedenen Richtungen und man fühlte sich in diesem großen Garten mit den vielen Blumen und Bäumen pudelwohl.

Nachdem die restliche Meute - bestehend aus 3 Personen, die es sich doch tatsächlich geleistet hatten, im nächsten Hilton - Hotel einzuchecken - eingetroffen ist, ging es zur Himbeer Bühne. Ja, auf dem Juicy Beats hatten alle Bühnen sehr fruchtige Namen.

Nachdem wir uns an den Cocktail Stand gesetzt haben, und einige von uns wieder einiges gebechert haben, bin ich mit Tine zur Mainstage gelaufen.

Dort haben wir uns gemütlich in die erste Rehe gesetzt, ans Gitter gelehnt und erstmal die Musik genossen. Nach 2 Stunen begann dann Alter Ego. Haben mir richtig gut gefallen, obwohl es Techno war.

Unser Blick fiel dann auf etwa 20 volle Müllsäcke, die an der ganzen Bühnenfront entlang gelagert wurden. Darin befanden sich Bierdosen (Becks).

Nachdem wir einen Security gefragt hatten, ob die leer sind, vielleicht gesammeltes Leergut, kam die Antwort "Ne, die sind voll! Alle für Deichkind." Wir ahnten Böses.

Danach begann die mehr als halbstüdige Umbaupause für Deichkind. Währenddessen wurde unser Platz immer kleiner und enger, da sich die Menge vervielfachte und alle nach vorne drückten. Ich war wirklich froh, ganz vorne zu stehen, um wenigstens noch gut Luft zu bekommen.

Im Gegensatz zu dem Sonnenrot-Festival vor zwei Wochen, war die Umbaupause relativ schnell vorbei und schon sah man die Umrisse von der Band hinter dem Vorhang.

Es wurde leider nur die kurze Festival Setlist von 1:15h gespielt, aber dennoch gab es so einige Highlights.

Bei 23 Dohlen, das erste Lied und schon so grandios, war schon das erste Highlight der fliegende Vogel-Mann. Mit Hilfe von Seilen wurde er zwei Meter in die Luft gehoben und schang dort seine Fügel und großen orangenen Schnabel.

Diese Seile wurden desöfteren benutzt - auch bei der Zeile "Beweg dich so, dass niemand wegguckt!". Dort wurden gleich 3 in Müllsäcke gekleidete Männer hochgehoben, die wild umhersprangen und allerlei Kunststücke vollführten.

Das größte Highlight allerdings war "Limit" und "Prost"

Jetzt kamen die Müllsacke mit den Bierdosen ins Spiel. Nach einer Ansage stiegen die Securitys auf die Trittbretter vor der Bühne und verteilten in etwa 700 Dosen.

Während dem ganzen nächsten Lied wurde immer noh verteilt und selbst als das aus war, wurden immer noch Dosen hintergereicht. Und nun hieß es Schütteln. Und Schütteln. Und Schütteln.

Bei 4 begann das Lied und jeder sollte die Bierdose öffnen.

Der nun erwartete Regen war größer, höher und hat sämtliche Erwartung dermaßen übertroffen.

Auf der Bühne sprangen sie schon wieder umher, machten Fotos von oben aus, während wir klitschnass wurden und die größte Bierparty Deutschlands stieg.

Danach kamen die Federn bei Remmidemmi und es war ein großer, nasser Hühnerstall. Durch das Bier klebten die Federn noch mehr an den Körpern und man musste aufpassen keine in den Mund zu bekommen.

Nachdem die letzten Kraftreserven rausgeholt wurden, ging es nochmal so richtig ab und nach Remmidemmi verließ Deichkind dann unter Gejubel und Geschrei mit einem herrlichen Tanz zwei mal um die Bühne das Geschehen und den Ort des Chaos.

Als wir aus der Menge herauskamen, konnte man uns auswinden. Wir tropften den ganzen Weg entlang und das Adrenalin pushte unsere Körper immer noch hoch.

Wir suchten die anderen unserer Konzert-Truppe und zusammen ging es dann Richtung U-Bahn. Klitschnass und überglücklich trennten sich dann unsere Wege, wo einige wieder zum Hilton liefen und wir zum Zug. Nach 3 Stunden Heimfahrt war meine Erkältung wieder auf Hochtouren und ich hustete mir die Lunge ausm Leib.

Aber egel wie krank ich bin - es hat sich gelohnt.

Ein Tag mit meinen Mädels, Deichkind und der größten Bierparty Deutschlands. Ein Tag, den ich immer in Erinnerungen haben werde.



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